Melbourne Cup Race: Show off, bet and run

 

Der Melbourne Cup – seit 1861 ausgetragen – ist das höchstdotierte  Pferderennen in Australien und Ozeanien und gleichzeitig das höchstdotierte Langstreckenrennen der Welt.

„The race that stops a nation“ – ab 1877 wurde der Tag das erste Mal zum gesetzlichen Feiertag erklärt – findet jedes Jahr während des australischen Frühlings am ersten Dienstag im November auf dem Flemington Racecourse im Norden von Melbourne vor über 100.000 Zuschauern statt. Das Gesamtpreisgeld des Melbourne Cups beträgt etwa 7.3 Mio Australian Dollar, von denen gut die Hälfte an den Sieger geht.

Auch an den nächsten Tagen finden – zum Vergnügen von vielen Wettjunkies sowie aufgetakelten Zuschauern der Upper Class und jenen die es sein wollen – kleinere Rennen statt. Pferderennen sind ein Milliardengeschäft – daran lässt der Andrang der herausgeputzten BesucherInnen, die teils auf mitgebrachten Decken vor der Rennstrecke picknicken, Sekt schlürfen oder in Gruppen auf ein Siegerpferd setzen – keinen Zweifel.

Vollblüter ab 3 Jahren laufen die rund 3,2 km Flachstrecke, wobei die Rennen unterschiedlich lang sein können und als Jokeys sitzen sowohl Männer als auch Frauen auf den Pferden. Und zimperlich wird mit den Tieren nicht umgegangen. Kurz vor der Zielgeraden, sind nicht nur die Schreie der mitfiebernden WettteilnehmerInnen zu hören, darunter viele junge Zuschauer – gewettet werden kann von 1 Australischen Dollar bis 10.000 Australische Dollar pro Einsatz und Pferd – sondern vor allem die kräftigen Rutenschläge der Jockeys auf die Flanken der Tiere.

Sich um die Damen kümmern – gratis versteht sich – mit einer Tasche voller Hairspray, Sonnencrème und sonstigem Make-up..

Stress, rohe Gewalt, Nötigung und Angst sowie körperliche und psychische Überforderung stehen oft an der Tagesordnung dieser für den Leistungssport gezüchteten Tiere. Sicherlich ist das nicht immer und überall der Fall, aber zu oft und vor allem zu selbstverständlich. Letztlich ist es ein System, das nicht ansatzweise dem Wohlergehen der Tiere dient. Es gibt kaum verlässliche Quellen über die Lebenserwartung der Rennpferde, aber sie werden im Durchschnitt heute 8 Jahre alt – ein artgerecht gehaltenes Pferd kann bis zu 30 Jahre alt werden. Boxenhaltung ist bei diesen Tieren oft die Regel und nicht etwa täglicher Weidegang oder gar Herdenleben. Heute ändern sich hier und da die Haltungsbedingungen, aber nur langsam.

Zwar gab es im Vorfeld der Race-Cups im Zentrum von Melbourne auch Prozeste von Tierschutzorganisationen – doch das insbesondere weisse Publikum scheint es wenig zu scheren – es geht um (viel) Geld, viel Spass und ein wenig Adrenalinausstoss.

 

 

 

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