Buck with cigar

Die Art Gallery of South Australia in Adelaide wurde 1900 in Form eines griechischen Tempels gebaut, befindet sich auf dem Campus der Universität und stellt eines der bedeutensten Museen von South Australia dar. Besonders sind nicht nur die grossen alten Säle im klassisch-barocken Stil mit Holzboden und Glasdach. Besonders ist auch die Ausstellungskonzeption – statt die Säle nach den Epochen zu gestalten, wurde hier jeweils ein Thema pro Saal ausgesucht und aus allen Epochen Darstellungen ausgewählt – ob Skulptur, Installation oder Gemälde.

„Buck with cigar“, so heisst eines der Werke des britischen Künstlers Marc Quinn, dessen Werk sowohl Skulpturen, Installationen als auch Malerei umfassen. „Quinn explores what it is to be human in the world today through subjects including the body, genetics, identity, environment and the media.“ Eines seiner älteren Werke (2009) – das allerdings nichts an Aktualität verloren hat – wird zurzeit in der „Gallery of South Australia“ ausgestellt.

Zu sehen ist dort nur Buck, so wie „er leibt und lebt“. Eine lebensechte Nachbildung in Bronze des Amerikaners Buck Angels mit seinen Tatoos (einer Widmung an seinen verstorbenen Hund), einer Zigarre im Mund und die Hände in die Hüften gestemmt. Und da erst merkt man den kleinen Unterschied. Denn Buck ist ein Transgender Mann und war einmal eine Sie. Sein ursprüngliches Geschlecht hat er behalten aber durch Hormonbehandlung, hat er die Umwandlung zum Mann vorangetrieben. Lange hatte er mit Selbstmordgedanken zu kämpfen v.a. als Teenager bis er zu seinem wahren Ich gefunden hatte.

Buck Angel war denn auch 2014 anlässlich des lesbischen, schwulen, transgender, bisexual, intersex and queer Kulturfestivals in Adelaide und hat sein Abbild aus Bronze besucht. “Thirty years ago nobody told me I could become a man,” he said. “Now people say, oh, you can just change your gender.” Angel ist heute legal als transgender Mann eingetragen und kämpft aber weiterhin für Transgender Belange. So heisst es in einem Interview von 2014: “For me it’s not just educating people about being a transsexual person but about being a human being.”

Ein anderer Saal des Museums ist den auch der Thematik des Todes oder der Vanitas gewidmet.

So sind etwa die makabren apokalyptischen Installationen der Chapmann Brüder (Jake und Dinos Chapman) zu sehen, die in einer Vitrine die potentiellen Gräueltaten, zu denen Menschen fähig sind, in szenischen Kompositionen nachgestellt haben. „Swings and roundabouts for the children? Yes? No! Pigface!“, heisst etwa eines ihrer Werke. Mit z.T. schwarzem makabrem Humor exerzieren sie mit lustvoller Wut das Ende der Gesellschaft und benutzen dazu auch Nazisymbolik.

Ruhiger und reflektiver – aber auch anonymer im Tod ist das Werk „My concerns will outlive yours“ des jungen Australiers Alex Seton.

Das Werk, das aus weissem Marmor mit Metallöse geschaffen wurde, gibt minutiös den Faltenwurf wieder, die Person dahinter beibt anonym .. – gestorben für irgendein Land und eingewickelt in eine weisse Fahne.

„Ask us, what we want“, so ein Gemälde das in der Vorhalle zu der aktuellen Ausstellung der Ursprungsbevölkerung der Kuninjku führt, die im westlichen Amhem Land siedeln. Bekannt ist diese Bevölkrungsgruppe v.a. wegen ihrer einzigartigen „rarrk“-Technik der sogenannten Kreuzschraffur. Als Unterlage verwenden die Künstler die Rinde von Eukalyptusbäumen, als Zeichenpinsel lokales Schilfgrass und die Farben stammen aus Fauna und Flora (Z.B. weisse Farbe stammt aus dem Kot von Schlangen).

 

 

 

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