Volunteering on Warrah

In den goldenen 60ern im Nord-westen von Sydney gegründet, spürt man noch den Pioniergeist der Warrah-Farm auch wenn die Gebäude mittlerweile etwas veraltet sind.

Was die Farm (http://www.warrah.org/warrah-farm) so Besonders macht ist einerseits, dass sie eine der wenigen bio-dynamischen Farmen Australiens ist – sich also an den Leitsätzen Rudolf Steiners orientiert und ihre Produkte Demeter zertifiziert sind.

Andererseits werden die Lebensmittel der Farm nicht nur für ein breites Publikum produziert, sondern insbesondere auch für die eigene Klientel: Aeltere Menschen mit speziellen Bedürfnissen, die meist in den zehn betreuten Wohneinrichtungen auf dem Gelände leben – sowie Kinder mit Behinderungen v.a. Autismus (vom Kindergarten bis 12 Jahre), die auf der Warrah Farm zur Schule gehen. Ziel sei es hier, so heisst es zumindest in der Broschüre von Warrah: „to maximise each person’s capacity for self-determination, creativity and contribution.“

Die Natur und eben auch der Hof sollen bewusst als Therapieelement mit einbezogen werden. Nur zwei Klienten sind zurzeit auf der Farm fest angestellt, alle andere Kunden sind heutzutage oft zu schwer durch ihre Behinderung beeinträchtigt, als dass sie bei den täglichen Farmarbeiten mithelfen könnten. Deshalb hat Warrah auch 120 Mitabeiter – darunter viele Betreuer und Pfleger – dagegen verfügt die Farm nur über 2 Vollzeit- und 2 Halbzeitangestellte. Es wird das ganze Jahr über produziert.

Das Gelände ist recht beeindruckend: Verstreut liegen die Wohngebäude, Schule, Therapieeinrichtungen, Büros in einem Waldgebiet – an das die 1,5 Hektar grosse Farm mit ihren 3 Folientunneln, ihrem kleineren Anzuchtstunnel und dem Shop angrenzt.. Ein weisses Alpaca und zwei Kühe zieren den auch die Weide und dienen eher zur Anschauung und Kompostverwertung.

Der Bioladen der Farm ist an 6 Tagen in der Woche geöffnet, 50 Wochen pro Jahr. Er enthält nur einen kleinen Teil eigener Produkte, die meisten anderen Bio-Produkte werden von anderen Herstellern bezogen. So soll der Shop das Meiste was zum täglichen Leben gebraucht wird anbieten. Und das Konzept scheint zu funktionieren: Im Umland wohnt nicht nur eine betuchte Kundschaft, die sich die Produkte leisten kann, auch kaufen viele auf der Warrah Farm ein, weil sie dann sowohl Bio als auch ein soziales Konzept unterstützen.

Neben dem Shop werden wöchentlich rund 100 Menschen mit Behinderungen mit Gemüse-/Obstboxen beliefert (wovon der grösste Teil der Produkte zugekauft werden), so erhalten die 10 Wohngemeinschaften wöchentlich 2 Gemüseboxen pro Haus. Der durchschnittliche Wert einer Box liegt dabei um die 50 Australian Dollar (31 Euros).

Oft enthalten diese Gemüseboxen immer wiederkehrende Produkte wie Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten – zugefügt werden dann v.a. frische Produkte wie Bohnen, Zucchinis, Gurken und grünes Blattgemüse wie Mangold oder Pak Choi.

Rob Greatholder, der Hauptgärtner der Farm, erzählt denn auch, dass sie den Versuch unternommen hätten ihre Produkte zudem auf einem lokalen Farmers Market zu verkaufen, – ohne grossen Erfolg. Zu zeitintensiv und kaum gewinnbringend sei dies. Auch sei es schwer in die wirklich guten Märkte in Sydney vorzudringen.

Die Gemüsepflanzen werden dann auch grösstenteils auf der Farm selbst gezogen. Die verschiedenen Anzuchtserden werden in einer Trommel gemischt, in Trays eingefüllt und nach der Aussaat im Folientunnel herangezogen – bevor sie zur Abhärtung auf Tische im Aussenbereich kommen. Eine selbstgebaute Anlage aus Bambus mit Bewässerungsdüsen, die per Timer eingestellt wird, liefert denn auch die nötige Wassermenge.

Aktuell wachsen Gurken, Zucchinis, Kale, verschiedene Salate, Radieschen, Basilikum, Erdbeeren, Pak Choi, Mangold im Freien und in den Gewächshäusern stehen Tomaten, Paprika und Auberginen.

Zitrubäume (2-3 Orangenarten, um ein ganzes Jahr ernten zu können; Grapefruit und Mandarinen) aber auch Feigen, Passionsfrüchte, Erdeeren und besondere Obst-Arten wie Fingerlime und Icecreambean-Baum wurden gepflanzt. Die Früchte werden dabei direkt verkauft oder als Marmelade verarbeitet.

Bei der Bewässerung greift Greatholder auf ein Bewässerungssystem aus Israel zurück, das recht UV-resistent ist, nicht mit Haken befestigt werden muss, recht reissfest ist und eine durchschnittliche Dauer von 10 Jahren aufweist.

Die groesste Herausforderung sieht Greatholder darin eine solide Gemüserotation zu etablieren auf Feldern, die über einen hohen Unkrautdruck verfügen.

Arbeiten auf der Warrah Farm:

Beete vorbereiten und pflanzen:

Wo vorher Mangold war, kommen jetzt verschiedene Salatsorten. Zuerst wird der Mangold entfernt, die Folie abgenommen, das Beet mit der Grelinette tiefengelockert, mit Vierzahn geebnet, die Bewässerung verlegt und vier Reihen Salat gepflanzt.

Bohnen ernten und Beet vorbereiten

Dazu werden alle Bohnenpflanzen entfernt. Eine Herausforderung auf diesen Beeten, die ohne Folie waren, sind denn auch die Unkräuter insbesondere das Oxalys-Kraut, dessen Knöllchen sich rasant vermehren und verbreiten und schwer einzusammeln sind. Hauptdünger der Warrah-Farm ist Kompost. Gepflanzt werden jeweils drei Reihen Basilikum.

Tomaten ernten und Pflanzen anbinden

Jeden 2-3 Tag werden Toaten für den Shop geerntet. Die Pflanzen werden zudem per Clip an den Schnüren befestigt. Noch nie gesehen habe ich vorher dass Raupen nicht nur das Laub, sondern auch die Früchte selbst befallen.

Auberginenpflanzen stützen

Die Auberginenpflanzen werden mit Hilfe von Holzstäben gestützt und festgebunden.

Erdbeeren ernten

Erdbeeren-Zeit zu Weihnachten! Wöchentlich werden Edbeeren geernten. Drei Jahre bleiben die Pflanzen auf der Warrah-Farm erhalten, bevor sie entfernt werden. Notwendige aber anstrengende Arbeit war das Unkrautjäten zwischen den Reihen.

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