Koalas in Pflege

Am Besten schläft es sich zwischen Eukalyptusblättern….

Das ist denn auch die Hauptnahrung dieser süssen und sonderbaren Tiere, die in Port Macquarie im „Koala Hospital“ aufgepeppelt und wieder freigelassen werden rsp. aufgrund ihrer Behinderng Dauergäste sind.

Rund 4.000 davon 500 in Städten – so viele Koalas leben um Port Macquarie zwischen Meer und Schnellstrasse …. eine der grössten Populationen Australiens.

Die Ursachen für ihre Einlieferung in das Koala-Krankenhaus sind wie so oft menschengemacht – Unfälle mit Autos oder Zügen, Bisse durch (importierte) Hunde sind einige Gründe aber auch Verbrennungen durch Feuer oder Entzündungen…. Da ist zum Beispiel das Jungtier „Ocean summer“, das 2012 bei einem Autounfall seine Mutter verloren hat und seitdem erblindet ist und Gehirnschäden davongetragen hat… Oder der Koala „Oxley Kaylee“, der nun wirklich kein Glück hat.

Gegründet wurde das Krankenhaus 1973: Zwischen 200 bis 300 Koalas werden jährlich hier aufgepeppelt. Daneben ist die Pflegestation auch ein Recherchezentrum, um Krankheiten der Tiere zu erforschen, und die DNA der Koalas zu entschlüsseln und ihre Anzahl (rsp. Fruchtbarkeit) zu überwachen.

Eine Koala-Mutter kann jedes oder nur jedes zweite/dritte Jahr Nachwuchs (sehr selten Zwillinge) bekommen. Rund 35 Tage braucht der Foetus bis er geboren wird und so gross wie eine Bohne und rund 1 Gramm schwer ist. Als nacktes und blindes Wesen (Koala-Babys werden allg. „Joey“ genannt) wächst das Jungtier in der Tasche der Mutter heran und mit 12 Monaten ist es bereit für die grosse Welt.

Koalas sind denn auch keine Bären, sondern gehören wie die Känguruhs zu den Beuteltieren („marsupial family“). Die Koalas haben scharfe Klauen, mit denen sie die Eukalytusbäume hochklettern und auch scharfe Zähne (30 Stück!), um das schmackhafte Grün zu kauen. Um sich zu verständigen können sie brummen und ihr Ruf ist einen Kilometer weit zu hören.

Ihr Verdauungssytem arbeitet entgegen ihrer eigenen Bewegungsresilienz wie ein Schnellzug (bis zu 200 mal muss ein Koala sein Geschäft verrichten) – dagegen schlafen sie zwischen 18-20 Stunden. Das hilft ihnen auch die geringe Energie, die sie aus den Eukalyptusblättern ziehen, zu sparen.

„New South Wales and Queensland Koalas are listed under the relevant state legislation as vulnerable to extinction as they face significant threats includind from urban development.“, heisst es auf einer Infotafel im Koala-Hospital.

Die Aboriginals lebten tausende von Jahren mit den Koalas, ernährten sich gelegentlich von ihnen oder nutzten sie als Totem. Erst als die weissen Siedler kamen, stieg die Dezimierung der Koalas rasant: So wurden die Koalas wegen ihrem Fell geschossen – über 2 Millionen Koalas wurden so getötet – bis 1924 wurden so die Koalas in Südaustralian ausgerottet. In den 1930er Jahren wurden daraufhin die Koalas unter Schutz gestellt. Heute stellt die Hauptgefahr für die Koalas die Ausbreitung der Siedlungen und Verkehrsstrassen dar, der Minen und der grossen Agrobusinessbetriebe. Die Koalas werden sozusagen zu „urban refugees“. Denn Koalas brauchen spezifische Eukalytusbäume, um zu überleben. Aufgrund der Abholzung steigt die Anfälligkeit der Koalas für Krankheiten, aufgrund von Unterernährung rsp. Ueberevölkerung (Inzucht). Konsequenzen sind etwa die sogenannte bakterielle „Chlamydia“-Erkrankung, die bei den Koalas schlimme Augen- und Harnwegserkrankungen erzeugt.

Die Rechtssituation der Koalas in Australien ist nach wie vor schwach: „Koalas and their habitats are not adequately protected by Australian law“ – auch fehlt es zum Teil an Geldern. Auch der Klimawandel hinterlässt seine Spuren: Sind Buschfeuer Teil der australischen Landschaft – steigt durch längere Hitzeperioden die Gefahr von Buschfeuern und vor allem durch die veränderte menschengemachte Vegetation brennt das Feuer anders – die Flammen schlagen bis zu den Baumkronen, wohin sich die Koalas zurückgezogen haben mit fatalen Folgen….

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