Into the blue…

Das Erkunden des Great Barrier Reefs per Schnorchel und Scuba-Ausruestung stand diese Woche auf dem Programm. Das Australische Riff, östlich von Queensland gelegen, setzt sich zusammen aus rund 2.900 einzelnen Riffen und 900 Inseln und ist rund 2.300 km lang…

Ueber 500.000 Jahre alt, hat es entsprechend des Meeresniveaus immer wieder sein Aussehen verändert.

Das Riff besteht grösstenteils aus Korallen. Diese kommen ausschließlich im Meer vor, insbesondere im Tropengürtel. Im Hinblick auf die Wuchsform wird zwischen Weich- und Steinkorallen unterschieden, wobei letztere durch Einlagerungen von Kalk Skelette bilden, durch die Korallenbänke entstehen, da totes Skelettmaterial fortwährend von lebendigem Gewebe überwuchert wird. Die Einzelskelette sind in der Regel pflanzenartig verzweigt und an den Zweigenden befinden sich oft farbenprächtige Polypen.

Die Korallen ernähren sich durch das Herausfiltern von Mikroplankton und Spurenelementen aus dem Meerwasser. Viele Korallen ernähren sich auch (oder sogar zum größeren Teil) durch die in den Polypenzellen eingelagerten Symbiosealgen, welche die intensiven Farben im Gewebe der Koralle verursachen. Das Riff ist insgesamt ein komplexer Lebensraum – und bietet Heimat für 1.500 Fischarten. Rund 10 Prozent der weltweiten Fischarten sind hier vertreten.

Das Great Barrier Riff unterliegt der Kontrolle der „Great Barrier Reef Marine Park Authority“ (GBRMPA), die als staatliche Organisation, die Verantwortung für die Gesamtverwaltung des Riffs hat.

Das Koralenriff ist so bedeutend, da es eines der komplexesten Oekosysteme der Welt darstellt.  Rund 50 km vor der Küste gelegen, schützen sie diese vor der Erosion durch Stürme und Wellen und bieten Schutz und Nahrung für viele maritime Lebewesen. Rund 64.000 Menschen leben direkt oder indirekt vom Great Barrier Reef.

Bekannt ist, dass das Riff seit dreissig Jahren fast die Hälfte seiner Korallen verloren hat. Es kam zu einer Vermehrung von Dornenkronen-Seesternen (Crown of Thorns Starfish) und die globale Erwärmung hat zu einer massiven Korallenbleiche geführt. Laut letzten Statistiken (2018) sind im nördlichen Sektor 81 Prozent des Riffs ausgebleicht, 33 Prozent in den Zentralregionen und 1 Prozent im südlichen Bereich. Korallen, die ausgeblichen sind, können sich teilweise in den kühleren Wintermonaten erholen – jedoch auch wenn sie überleben sollten, so ist ihre Fähigkeit sich zu vermehren geschwächt – was längerfristig dem Riff schadet.

Grösste Bedrohung für das Riff ist der Klimawandel, der zur Erwärmung und Versauerung des Wassers und zu stärkeren Wetterextremen führt. Auch eine Erhöhung des Wasserspiegels könnte zu einer Erosion des Riffs führen…
Schlechte Wasserqualität durch Abwässer, weitere Urbanisierung entlang der Küste sowie die Fischerei sind weitere Ursachen. Aber auch der Minenabbau bedroht das Naturwunder:
So hat die australische Regierung trotz massiver Proteste von Umweltorganisationen und Privatpersonen das umstrittene Bergwerkprojekt Carmichael Coal Mine – finanziert von der indischen Adani-Gruppe – wieder zugelassen. Etwa 60 Millionen Tonnen Kohle werden jährlich aus Australien nach Indien exportiert, um Strom zu erzeugen. Das Projekt schafft 2.000 neue Arbeitsstellen im Outback.

Jedoch sind viele über die negativen Auswirkungen des Projektes auf die Umwelt besorgt: Denn die erneute Zulassung bedeutet, dass der Hafen bei Abbot Point ausgebaut wird, das Riff müsste ausgebaggert werden, damit die Frachtdienste in den Hafen hineinfahren können. Kleine Sedimente könnten sich so im Riff verbreiten und das benötigte Sonnenlicht für die Meerestiere abhalten. Der Anstieg der Schiffe im Riff sowie die Effekte von Bergbau- und Kohleindustrie werden auch zu steigenden Treibhausgasemissionen beitragen.

Leider hat die UNESCO es bisher versäumt das Riff auf die Rote Liste zu stellen. Den Schildkröten, die zum Teil über hundert Jahre alt sind, wird das wohl nicht gefallen. Aber wir alle sollten mehr tun, nachhaltiger leben, weniger Wasser verschwenden, mehr Bäume pflanzen um den Kohlenstoffverbrauch zu senken….

 

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