Auckland im Ausbau

„Kia Ora“, so die typische Begrüssung auf Maori.

Mein erster Kontakt mit Neuseeland führt mich nach Auckland und das was auf Anhieb auffällt: Es fehlen die bunten und vielfältigen Vögel, die Australien so reich und wunderbar gemacht haben (bisher bin ich nur Spatzen und Amseln begegnet), auch die kostenlosen Dienstleistungen wie öffentlicher Transport im Stadtinnern und gratis Zugang zu Museen sind weg….

Die dominante Orientierungshilfe im Stadtbild von Auckland, ist der sogenannte „Sky Tower“, ein Casinoturm, der aussieht wie ein umgedrehter Stabilostift. Auckland verfügt über einen beeindruckenden Yachthafen, der schon erahnen lässt, dass einige Bewohner finanziell keine Sorgen haben. Die Stadt beherbergt auch die grösste polynesische Bevölkerungsgruppe. Die Sprache der lokalen Maori, die auch in den Schulen gelehrt wird, heisst Tamaki. Auch hat die Stadt eine grosse Anzahl wohlhabender (und armer) chinesischer Immigranten, die teilweise neben dem Wirtschaftsboom – überall stehen Kräne, um weitere Hochhäuser zu errichten und die Metro unterirdisch auszubauen – zur Erhöhung der Mietpreise beitragen. Viele Cafés, trendige Shops und gutes Essen findet sich in den Szenevierteln.

Insgesamt geht es in Auckland rauf und runter: Denn die Stadt wurde auf rund 50 erloschenen Vulkankratern errichtet, einige wurden abgetragen, andere haben sich mit Wasser gefüllt und einige weitere wie der Gras bewachsene Mount Eden mit seinen rund 200 Metern sind in ihrer Originalform erhalten und bieten ein wunderbares Panorama über die Stadtkulisse.

Auckland im Norden von Neuseeland gelegen, ist mit seinen rund 1.6 Millionen Einwohnern eine der ausgedehntesten Städte des Landes.

Bevölkert wurde die Gegend das erste Mal um 1350 von Menschen, die ursprünglich von den Polynesischen Inseln stammten: Die Māori landeten ab 1250 in aufeinanderfolgenden Wellen mit ihren Kanubooten in Neuseeland.

Um mehr über die Geschichte und Natur des Landes zu erfahren, bietet sich ein Besuch des Auckland Museums (http://www.aucklandmuseum.com/) an, das in einem klassizistischen Gebäude untergebracht ist und das zugeich eine Gedenkstätte an die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege beherbergt.

Niemand weiss genau, woher die ersten Maori stammten – ob von der Insel Cook, Tahiti etc. Versucht wurde den Urprung der ersten Immigranten anhand der auf Booten eingeschleppten Ratten zu ermitteln.

Um in ihrer neuen Heimat zu überleben haben die Maori zahlreiche Kulturpflanzen importiert wie Süsskartoffel (Kumara), Flaschenkürbisse, Yams (Igname) und Taro… Ein glücklicher Zufall war zudem, dass die Maori auf Vulkangestein trafen, das sie zur Herstellung von Waffen, Werkzeugen und Schmuck verwendeten. Ein anderes wervolles Gut wurde die lokale Flachspflanze (Phormium tenax), die heute noch überall wuchert – und deren Blätter verwendet wurden, um Decken, Körbe, Schnüre zu weben.

In ziemlicher Isolation gelegen, entwickelten die Maori über die Jahre eine einzigartige Kultur, ihre eigene Sprache, bedienten sich einer sehr reichen bildhaften Mythologie und entwickelten eigenständige Ausdrucksformen in den Kunstgegenständen. Organisiert waren die Maori in Stämmen, sie entwickelten die Gartenkultur weiter und waren gefürchtete Krieger. Später errichteten die einzenelnen Stämme sogenannte „Pa“, das sind befestigte Dorfanlagen, oft auf erhöhten Vulkankratern gelegen, um sich vor Ueberfällen zu schützen.

Vor allem das Eintreffen der Europäer im 17. Jahrhundert brachte massive Veränderungen im Lebensstil der Maoris. 1840 wurde das Abkommen von Waitangi unterzeichnet, das zur Gründung der englischen Kolonie beitrug: Obwohl damals nicht alle Maori Clans dem Vertrag zugestimmt hatten und er z.T. von den Maoris in seiner Bedeutung anders ausgelegt wurde.

Auch heute sind die (spirituellen) Traditionen der Maori-Kultur nach wie vor bedeutungsvoll – nicht nur für Touristen – so die Hangi’s (Festlichkeiten), die „Waiata“ (traditionellen Lieder) oder die „Haka“ (traditioneller Kriegstanz), die zu bestimmzen Anlässen aufgeführt werden.

Die Maoris sind stolz auf ihre Kultur und teilen sie gerne mit…

Im Alltag spielt dieser Backround jedoch weniger eine Rolle. Viele Maori haben nach wie vor unter den Folgen der Kolonisation zu leiden: Das Land, das die Ursprungsbevölkerung verloren hat, die Sprache und Kultur, die von den neuen Siedlern lange verboten und unterdrückt wurden – diese Eingriffe haben Spuren hinterlassen. Sowie die Herausforderung, dass die Ursrungsbevölkerung sich in eine neue Mehrheitsgesellschaft integrieren muss, die ganz andere Werte hat.

Diese Spannungen entladen sich oft in sozialen Problemen -, so sind z.B. 64 Prozent der weiblichen Bevölkerung in den Gefängnissen Maori-Frauen. Hintergrund für die Verfehlungen sind oft andere Ursachen wie Gewalt in den Familien, Alkohol-, Spiel- oder Drogensucht (insbesondere Crystal Meth ist sehr verbreitet)…. und eine Gesellschaft, die nicht früh und adäquat auf die eigentlichen Bedürfnisse dieser Bevölkerungsgruppe eingehen kann.

Kurz zur Fauna von Neuseeland …

Als recht junge Insel, hatte Neuseeland traditionell keine Säugetiere, sondern v.a. Vögel und Insekten. (Auch hat die Insel keine Schlangen und keine gefährlichen Spinnen – im Gegensatz zu Australien.) Einer der grössten endemischen Arten waren die sogenannten „Moas“, flugunfähige, heute ausgestorbene Vertreter der Laufvögel.

In historischer Zeit waren sie mit neun Arten über beide Inseln Neuseelands verbreitet. Moas waren ausschließlich Pflanzenfresser. Vor der Ankunft des Menschen war ein Adler, der einzige Feind der Moas.

Inzwischen lässt sich die Geschichte der Ausrottung der Moas recht gut rekonstruieren. Am Ende des 13. Jahrhunderts nachdem die ersten polynesischen Einwanderer die menschenleere Insel besiedelten, begannen sie auch mit der Auflichtung der geschlossenen Wälder. Es wird angenommen, dass die Moas, die auf einer Raubtierfreien Insel lebten, ein Fehlen von Flucht- oder Abwehrverhalten hatten… somit muss die Moa-Jagd eher einem „Einkauf im Supermarkt“ geglichen haben. Am Ende des 14. Jahrhunderts waren Moas ausgestorben. Erst anhand von Fossilfunden wurden sie wiederentdeckt.

Auch den Kiwis, dem Nationalvogel, droht das gleiche Schicksal. Von ihm leitet sich die Eigenbezeichnung der Bewohner Neuseelands als „Kiwis“ ab. Er legt nur ein bis zwei Eier pro Jahr und kann nicht fliegen. Der nachtaktive Vogel – der auch Schnepfenstrauss genannt wird – gehört zu den kleinsten Vertretern der Laufvögel.

Kiwis tragen ein braunes Gefieder, das fast wie eine Behaarung wirkt, sie haben eine ungewöhnliche ovale Körperform mit weit nach hinten verlagerten Beinen. Mit diesen kräftigen Beinen vermögen Kiwis schnell zu laufen. Der Kopf der Kiwis ist relativ klein, mit dem bis 20 cm langen Schnabel können die seeschwachen Vögel sehr gut riechen, denn die Nasenöffnungen befinden sich an der Spitze des Schnabels. Mit dem langen Schnabel stochern die Kiwis im Erdreich nach Würmern und Larven.

Wegen ihrer nächtlichen Lebensweise sind die Lautgebungen oft das einzige, was Menschen von Kiwis mitbekommen. Diese Kommunikation ist auch besonders wichtig während der Aufzucht der Brut in sogenannten Bruthöhlen, denn während das Weibchen die Eier austrägt – brütet das Männchen sie aus und wird während der Zeit vom Weibchen gefüttert.

Vor der Eiablage sind die Weibchen, die sich dann kaum noch bewegen können (ein Kiwiei macht fast 70 Prozent der Körperumfangs des Vogels aus) sowie die brütenten Männchen sehr gefährdet, dass sie selbst Opfer von Raubtieren (Hunde, Katzen, Füchse) werden oder dass das Ei von importierten Raubtieren wie Ratten, Marder, Wiesel oder Possums gefressen wird. Kiwis bleiben ihr Leben lang mit einem Vogelpartner zusammen – wenn einer stirbt, endet damit auch der Fortbestand.

Aber auch der Mensch bedroht die Art. Kiwis wurden lange vor allem wegen ihres Fleisches gejagt, aber auch wegen der Federn, die als Schmuck Bedeutung hatten. An den Kragen ging es den Kiwis aber vor allem als die weissen Siedler kamen: Im 19. Jahrhundert wurden Kiwi-Federn sogar nach Europa exportiert, da man sie als Besatz von Kleidern verwendete. Zudem erfreuten sich ausgestopfte Kiwis einer wachsenden Beliebtheit bei Sammlern. Seit 1921 stehen Kiwis unter Schutz. Heute droht den Kiwis die meiste Gefahr durch die Landschaftszerstörung und durch eingeschleppte Tiere.

 

 

 

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