Home is…

Die Ausstellungen im wunderbar verschlungenen Pavillon der Auckland Art Gallery (https://www.aucklandartgallery.com/whats-on/exhibition/groundswell-avant-garde-auckland-1971-79), einem Gebäude aus Beton, Holz und Glas sind eine Mischung aus Alt und Neu: Oelbilder des 19. Jahrhunderts hängen neben alten Fotoaufnahmen vulkanischer Landschaften, Dokumente der Kunstperformances der 70er Jahre stehen neben rezenten Installationen..

Besonders gelungen fand ich die ausufernde Rauminstallation „Another Country“, die laufend vom Museumspublikum selbst entworfen wird.

Unter dem Motto „Where are you from? Where do you belong? What is your dream home?“ werden den Besuchern Pappe, Klebstoff und Schere zur Verfügung gestellt, um das eigene („Traum“-) Zuhause, das evt. in der Fremde ist oder nicht zu entwerfen. Entstanden sind fragile Landschaftsentwürfe aus Pappe, die sich über den Boden und um die Raumträger schlingen und sich an den Wänden hochziehen.

Ein weiteres Highlight sind die Oelgemälde von Gottfried Lindauer (1839 -1926), der zu den bekanntesten Porträtmalern Neuseelands gehört. Der Maler, der ursprünglich im österreichischen Reich aufwuchs und in Wien studierte, verliess sein Heimatland, um nicht in die Armee eingezogen zu werden und kam 1874 nach Neuseeland in einer Zeit intensiver sozialen und kulturellen Veränderungen.

Bekannt wurde er v.a. aufgrund seiner Porträtreihe herausragenden Maori Führungspersönlichkeiten. Bemerkenswert daran ist nicht nur sein Maltalent, sondern dass er durch seine Oelbilder, die Erinnerung an die Vorfahren bewahrt hat, die er mit ihren Tatoos, der traditionellen Kleidung, Ornamenten und Waffen abgebildet hat.

Die Bilder wirken sehr lebhaft und vermitteln auch einen Eindruck der Maorikultur im 19.Jahrhundert. Da ist zum Beispiel das Porträt von Pare Watene (1858-1899), die im Süden von Coromandel aufgewachsen ist und mit 41 Jahren verstarb…

Die Tatoos bei den Maoris sind nicht nur Zierwerk – v.a bedeutende Persönlichkeiten hatten solche Tatoos. Sie waren eine Art Barcode der eigenen Identität, denn der Gegenüber konnte so sofort die Lebensgeschichte mit sozialer Stellung, das Clangefüge (und früher sogar die Anzahl der getöten Gegenspieler) ablesen. „Ta Moko“ wurde diese Art der dauerhaften Verzierung des Körpers und des Gesichtes genannt – zudem wurden diese Tätowierungen nicht durch punktuelle Stiche, sondern mithilfe von Kratz- und Schabwerkzeugen aus Vogelknochen aufgetragen. Die Farbpigmente für den Körper wurden aus Ngaheru, verkohltem Holz und Oel hergestellt. Männer trugen Moko vor allem im Gesicht, auf Oberschenkeln und Gesäß, manchmal auch auf Rücken und Waden. Frauen trugen Moko auf den Lippen und am Kinn, manchmal auf der Stirn sowie auf Rücken und Schenkeln.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.