Glowworms

Leider kann ich kein Originalfoto der eigentlichen Stars dieses Beitrags posten – da das Fotografieren der Tiere untersagt war, um sie nicht mehr als nötig zu stören. Herhalten müssen stattdessen die Andenken des Souvenirshops, um einen Eindruck zu vermitteln.

Dabei geht es um Winzlinge, die sogenannten „Arachnocampa luminosa“ oder anders gesagt, Glühwürmchen, die zu Tausenden, ja Millionen die Kalkstein-Höhlendecken in Waitomo (rund 3 Stunden von Auckland enternt) bevölkern.

Diese Höhlen wurden erstmals vor rund 130 Jahren entdeckt. Die Begeisterung der ersten BesucherInnen fand die Höhle zuerst v.a. aufgrund ihrer vielfältigen Tropfsteinformationen und riesigen unterirdischen Hohlräume, durchzogen von Stalaktiten sowie Stalagmiten und kleineren Höhlenseen … Schnell jedoch wurden auch ihre beeindruckenden Bewohner bekannt – die Glühwürmchen, die die Decken der Höhlen mit ihrem hellblauen Punktlicht noch heute wie einen Sternenhimmel erleuchten.

Als die Höhlen Anfang des 20. Jahrhunderts vom Neuseeländischen Staat verwaltet wurden, wurden sie auch dem Massentourismus zugänglich gemacht. So, dass mittlerweile im 45 Minuten Takt Gruppen von 30 Personen durch die engen und mittlerweile gefliesten Höhlengänge geschleust werden, um die letzten paar Meter in einem Boot in fast totaler Finsternis unter einer Glühwürmchen-Milchstrasse ins Freie gefahren zu werden.

Aber warum glühen die Würmer nur? Das Glühwürmchen ist eigentlich ein zweiflügeliges Insekt – es ähnelt einer Stechfliege – das sich in seiner Larvenphase befindet.

Es gibt viele Glühwurmarten – hier in Neuseeland ist es eben die Art „Arachnocampa luminosa“. „Arachno“ bedeutet eigentlich „spinnenartig“ und bezieht sich auf die spezielle Art wie Larven („campa“) ihre Insekten fangen: Dank der Biolumineszenz – einer chemichen Reaktion der Körperflüssigkeiten des Glühwürmchens mit dem Oxygen der Luft – können die Tiere ein Glühen erzeugen, das potentielle Frassopfer anzieht, die dann in den klebrigen Fäden, die das Glühwürmchen vorher gesponnen hat, hängen bleiben. Auch ist das Glühen eine Möglichkeit sich vor anderen Tieren zu schützen. So können diese Tiere auch nur an dunklen, feuchten Orten überleben und brauchen eine horizontale Decke, um ihre klebrigen Fäden abzuseilen, die sie nach einem Fang wie eine Angelschnur einholen.

Der Lebenszyklus eines Glühwurms umfasst insgesamt vier Stadien und dauert 11 Monate. Aus den Eiern schlüfen die Larven, die während neun Monate sich vollfressen, dann eine Puppe bilden, aus der letztlich das Insekt schlüpft, das jedoch nur kurz ueberleben kann, da es keine Verdauungsorgane hat und sich nicht ernähren kann. Einziges Ziel ist dann die Fortflanzung.

 

 

 

 

 

 

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