Rotorua: Smoke on the water…

Rotorua ist ein kleines Städtchen (60.000 Einwohner) am gleichnamigen See in der Bay of Plenty Region gelegen – und schon in einem Umkreis von rund zehn Kilometern riecht man die Stadt oder besser gesagt den schwefelhaltigen Untergrund auf dem das Städtchen errichtet wurde.

So macht denn auch der Tourismus den grössten Wirtschaftszweig der Region aus: Hauptattraktion sind die geothermischen Bäder, die dampfenden Erdkrater, blubbernden Schlammlöcher, durch Schwefel weissgefärbten bis zu 100 Grad und mehr heissen Quellen und Geysire- wie etwa der Pohutu Geysir.

Pohutu“ bedeutet so viel wie „Constant Splaching“ – was nicht ganz stimmt, aber mindestens einmal in der Stunde steigt der Druck in der heissen Quelle. Früher ging er bis zu dreissig Meter hoch – zeitweise aber auch weniger, da das heisse Wasser für alles Mögliche genutzt wurde und wird. So wird insgesamt in Neuseeland 13 Prozent der Stromgewinnung durch geothermische Energie gewonnen.

„The largest Mud Pool“ mit einer Tiefe von 6 bis 10 Metern, gerne bis 95°C warm.

Zudem ist Rotorua seit dem 14. Jahrhundert Einzugsgebiet der Maori. Ein kleiner Stadtteil mit nur rund 20 Häuschen, allerdings einem 37-Buchstaben langen Namen, der so viel wie „The dance of the War Parties of Wahiao“ bedeutet, wird denn auch heute noch touristisch als Maori-Dorf ausgeschlachtet.

Dieser Namen – abgekürzt auch „Whakarewarewa“ – spiegelt die ereignisreiche Geschichte des Erdfleckchens wider, das unter den Maori-Clans wegen der heissen Quellen hart umkämpft war. (Ursprünglich gab es 8 Clans in Neuseeland abstammend von den ersten 8 Booten, die in Neuseeland anlegten – heute gibt es hunderte Unterstämme)

Das einzig interessante an dem Vorzeigedorf ist denn auch, dass man als Besucher über die vielseitige Nutzung der Dampflöcher belehrt wird, die nicht nur zum Baden (Schlammpools waren gut gegen Arthritis und Rheuma), sondern auch zum Heizen der Häuser, Garen von Gemüse, Fleisch und Fisch genutzt wurden. Die Quellen dienten zudem dazu das Wetter (Luftdruck) anhand vom Wasserspiegel vorrauszusagen. Weniger praktisch war der heisse Untergrund zur Bestattung der Toten – weshalb die Gräber oberhalb der Erde angelegt wurden.

Beeindruckend sind zudem die immer reichhaltig verzierten „Whare Whakairo“, eine Art Gemeindehaus sowie die „Pataka“ oder erhöten Lagerhäuser, die auf Pfeilern standen, um Lebensmittel vor Frassfeinden zu schützen und trocken aufzubewahren.

Kaum Auskunft gibt es jedoch zu den einzelnen Künstlern z.B. der geschnitzten Zaunfiguren, einem typischen Motiv der Maori…

Viele traditionelle Holz-Schnitzereien der Maori sind an der Natur inspiriert. Schon die ersten Maori brachten die Handwerkskunst des Schnitzens von ihren polynesischen Ursprungsinseln mit und fügten mit der Zeit lokale Motive von Farnpflanzen, Fischen oder Vögeln hinzu, die es so nur in Neuseeland gibt. Typisch waren auch die menschlichen Figuren wie z.B. die „Manaia“ mit ihrem vogelartigen Kopf und menschlichen Körper.

Hier einige Beispiele von immer wiederkehrenden Mustern und ihren Vorbildern in der Natur:

Zweck der Schnitzereien war, Geschichten weiterzuerzählen und den Vorfahren zu gedenken. Während einige Eigenarten – wie die drei Finger der Figuren – überall wiederkehren haben die einzelnen Clans in ihren jeweiligen Regionen auch eigene Merkmale entwickelt.

Im lokalen New Zealand Maori Arts and Crafts Insitute (NZMACI) werden weiterhin junge Maori in der traditionellen Schnitzkunst ausgebildet. https://www.nzmaci.com/

Während langsam wachsende, also feste Hölzer (wie der Manuka-Baum) v.a. zur Herstellung von Waffen genutzt wurden, die lange haltbar und hart sein mussten – wurden die schnell wachsenden Bäume, und also das leichte Holz zum Schnitzen von grossen Objekten gebraucht.

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