Bansky in Nelson

Nelson ist ein schmuckes Städtchen (rund 50.000 Einwohner) im Norden der Südinsel von Neuseeland, das mit einem schönem Strand, wirklich netten Cafés, vielen Outdoor-Geschäften (die Südinsel ist bekannt für ihre Trekkingrouten und Fahrradtouren), einem guten Kunstmuseum, einer kleinen aber vorzüglichen Parkanlage, originellen Graffitis und einem originellen Produzentenmarkt aufwartet. Es ist nicht unüblich, dass auf solchen Produzentenmärkten oder „Farmers Markets“ auch Kinder Musikinstrumente spielen und sich so ein kleines Taschengeld verdienen…

Die letzten Wochen war Nelson und Umgebung allerdings vor allem wegen einer drohenden Feuersbrunst in den Schlagzeilen…

Schön scheint auch der Sprayer Bansky die Stadt zu finden… „Trolley Hunters“ heisst das Bild, das Bansky hier in Nelson an einer Häuserwand ausgestellt hat. Der in England ansässige Graffiti-Künstler, der seine Identität seit Jahren verheimlicht, hat das Bild –  Hommage an Stanley Kubrick – bereits 2006 entworfen. Hier in Nelson hat Bansky das Kunstwerk nun erweitert um einen Neanderthaler, der im Astronautenkostüm der Szene den Rücken kehrt.

Das Wandgemälde von Bansky erinnert auch an eine Performance des deutschen Künstlers Christian Jankowsky (1992), der im Supermarkt auf die Jagd geht, um sozusagen die Entfernung des Menschen von der Natur darzustellen.

Auch die lokale kleine Kunstgalerie in Nelson, „The Suter Art Gallery“ (http://thesuter.org.nz/), ist nicht uninteressant. Zu sehen sind zurzeit etwa die Bilder von Lisa Chandler, die teilweise in Nelson und Leipzig ansässig ist. In „Faceless/ die Gesichtslosen“ erkundet Chandler die Stärken und Schwächen der Protestkultur, indem die Protestierenden hinter ihren Gasmasken gesichtslos werden –  Feind vom Freund nicht mehr zu unterscheiden sind.

Bekannt ist die Gegend um Nelson nicht nur wegen ihres Hopfen- und „Boysenberrie“-Anbaus, sondern auch wegen ihrem Weinanbau, der in den 70er Jahren begann…

Während in Malbourough – einer Gegend östlich von Nelson rund 70-80 Prozent des Neuseeländischen Weins angebaut wird, und das vor allem von grossen auch internationalen Konzeren – sind es in Nelson immerhin noch 4 Prozent und das meiste von Familienbetrieben. Kultiviert werden vor allem weisse Traubensorten – Renner ist Sauvignon Blanc (der 80 Prozent des Neuseeländischen Exports ausmacht), gefolgt von Pinot Gris, Riesling, Chardonney etc. Gerade da es nach wie vor Familienbetriebe sind, wird noch viel herumexperimentiert. Da demnächst die Trauben per Maschine geerntet werden, werden  sie zurzeit noch mit Netzen gegen Vogelfrass geschützt.

Als Besucher aus Europa ist es frappant wie sauer oder „dry“ die Weissweine getrunken werden und die roten Sorten wie der Pinot Noir haben z.T. einen extrem „rauchigen“ Holzgeschmack. So ist es in Neuseeland erlaubt dem Wein, Holzspäne beim Reifeprozess zuzufügen, um den Fassgeschmack zu erziehlen.  Fast alle Weine in Neuseeland haben einen Schraubverschuss. Problematisch am Weinanbau, ob um Nelson und v.a. in der Malbourough-Gegend ist die Verdrängung von ursprünglichen Kulturen wie dem Obstanbau zugunsten der Monokultur Wein. Auch wird oft mit grossen Maschinen gearbeitet, so dass die Verdichtungen des Bodens problematisch sind. Der massive Einsatz von Kupfer gegen Mehltau, schädigt längerfristig das Bodenleben, da der Kupfer nicht abbaubar ist.

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