Konnichiwa Japan

Japan, mit einer Grösse von 378.000 km2 sowie einer Bevölkerung von 127 Millionen Menschen, schaut auf eine sehr lange Geschichte zurück…

Tokyo oder Edo, wie die Hauptstadt traditionell genannt wurde, ist dagegen viel jünger. Sie gehört mit zu den grössten Städten der Welt mit rund 37 Millionen Einwohnern. Tokyo ist Sitz der japanischen Regierung und des Tenno (japanischer Herrscher- und Adel), die Stadt umfasst 23 Bezirke. Das ist respekteinflössend und trotzdem erscheint die Grossstadt wie ein Flickenteppich aus kleinen Dörfern und beeindruckt mit reichlich wenig Autoverkehr, einer sehr guten Luftqualität, vielen Radfahrern und vor allem Fussgängern.

Die Stadtgeschichte beginnt im Jahr 1446, als Ota Dokan in einem Sumpfgebiet am Nordufer der heutigen Bucht von Tokyo mit dem Bau der Burg Edo begann, umgeben von einigen Fischerdörfern. Edo wurde neben Kyoto zum politischen und kulturellen Zentrum des Landes. Jedoch erst 1868 wurde der Sitz des Tennō nach Edo verlegt, die Burg zum Kaiserpalast umfunktioniert und Edo bekam seinen neuen Namen Tokyo, der „Östliche Hauptstadt“ bedeutet. Von da an wuchs die Bevölkerung der Stadt, die bereits um 1910 mit rund zwei Millionen Einwohnern zu den größten der Welt zählte. Im zweiten Weltkrieg war Tokyo zahlreichen Luftangriffen durch die USA ausgesetzt, bei denen rund die Hälfte der Stadtfläche zerstört wurde. Nach dem Ende der US Besatzungszeit folgte ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung, einhergehend mit einem erneuten Bevölkerungszuwachs. Heute zählt Tokyo zu den meist besuchten Städten der Welt.

Trotzdem ist die Stadt sehr sauber, keine Kippen, keine Abfälle, sogar kaum Abfalleimer im öffentlichen Raum. Alles wirkt frisch gefegt, gehegt und gepflegt – nicht einmal ein Unkraut würde hier unbescholten davonkommen. Es gibt kein Graffiti – nirgends – keine Kritzeleien in den Zügen oder Toiletten, keine Klebebilder oder Kaugummi – keine Spuren an staatlichem oder privatem Eigentum. Und immer ist eine öffentliche Person gegenwärtig, die sehr zurückhaltend, höflich aber effizient den Menschenverkehr in die richtige Bahnen lenkt – so dass alles fliesst. Fast überall auf den Gehwegen befinden sich Blindenorientierungshilfen.

Die Stadt an sich, ist nicht schön – farblich dominant sind gebrochene Töne: grau, beige und braun. Auch ist das Stadtbild sehr uneinheitlich: Durch die verschiedenen Baustile, darunter so manche Bausünde – mal alt – mal neu, mal klein – mal gross, mal gefliest – mal nur gestrichen und trotz wenig Grünflächen wirkt Tokyo nicht uninteressant. Autos parken gemeinhin nicht entlang der Strassen, sondern entweder in privaten Parkeinrichtungen oder Parkhäusern – was für eine freie Strassensicht sorgt.

Zwischen den einzelnen Häusern befindet sich zudem immer eine kleine Baulücke von rund 30 cm, diese ist nicht der japanischen Höflichkeit geschuldet – was auch gepasst hätte –  sondern wohl eher eine Pufferzone bei Erdbeben. Aus dem gleichen Grund sind in Japan alle Elektroleitungen nicht unter der Erde, sondern oberirdisch, damit Reparaturen nach einem Ernstfall einfacher sind.

Ein weiteres Element von Tokyo sind seine glänzenden – makellos polierten – Taxis mit den meist älteren Taxifahrern, die in und mit ihren Dienstautos in die Jahre gekommen zu sein scheinen. Vorherrschend ist der Toyota (Crown) Comfort, der seit 1995 gebaut wurde und als Taxigefährt sehr beliebt in Japan, Hong Kong und Singapore ist. Als Tourist muss man wissen, dass die Tür sich automatisch öffnet und dass es unhöflich ist dem Fahrer Trinkgeld zu hinterlassen.

Typisch für das japanische Stadtbild sind zudem die allgegenwärtigen Trinkautomaten (auch gleich mit Flaschenabfalleimer) die Passanten mit Heiss- oder Kaltgetränken versorgen und in fast jeder Strasse und in jedem Dorf zu finden sind.

Beeindruckend sind zudem die U-Bahnen: Nicht nur sind die Zugangswege strikt ausgewiesen, also welcher Fussgängerverkehr sich links und welcher sich rechts bewegt .. Auch in den U-Bahnen selbst – obwohl vollgepackt – herrscht eine beeindruckende Stille: Jeder beschäftigt sich mit seinem Mobiltelefon, liest oder schläft, es wird nicht oder kaum miteinander gesprochen – so dass fast eine unheimliche Stille herrscht.. Es wird als unhöflich angesehen, den Nachbarn zu fixieren oder zu beobachten.. so dass jeder in seiner Welt versunken ist…

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.