Reiwa: in Harmonie…

Anfang der Woche – zeitgleich mit den Kirschblütenfeierlichkeiten – wurde es endlich publik gemacht auf einer rechtwinkligen Pappanzeige, dem Shikishi: Die Losung für das nächste Jahrzehnt.

Am 1. April hat der Staatssekretär Yoshihide Suga das Motto der nächsten Herrschaft bekannt gegeben, die mit der Thronfolge des jetzigen Kaisersohnes Naruhito Anfang Mai beginnen wird: Reiwa oder „Beautiful Hamony„.

Traditionell wird das Motto einer Herrschaft nur nach dem Tod eines Monarchen ausgegeben, allerdings hatte der abtretende Kaiser den Wunsch geäussert dies noch zu Lebzeiten tun zu wollen.

Seit 1947 hat die Macht des japanischen Kaisers de facto nur symbolischen Wert. Dennoch wird das Kaiserhaus als Garant von Tradition weiterhin sehr geschätzt. Wenn der 85-jährige Kaiser Akihito Ende April seine 31-jährige Herrschaft zugunsten seine Sohnes Naruhito aufgeben wird, folgt auf die Ära „Showa – Enlightened Harmony” (1926-1989) sowie auf die Ära „Heisei – peace everywhere“ (1989-2019) nun also die Ära

Die Wahl des Losungswortes hat dabei nicht nur anekdotischen Wert, sondern bezeichnet auch ganz konkret das aktuelle Kalenderjahr. Statt „2019“ steht dann „Reiwa (plus Amtsjahr des Kaisers)“ auf den offiziellen Dokumenten wie Führerschein, Zeitungen etc.

Die Wahl des Losungswortes kam zustande nach langer Bedenkzeit und Beratungen durch ein Gremium von 9 Experten. Shinzo Abe, der aktuelle Präsident, hat das Motto als Frühlingsbeginn, und Hoffnung nach einem dunklen Winter bezeichnet…

In der Tat waren die letzten Jahre in Japan recht turbulent, nicht nur kam es zum Platzen einer Spekulationsblase gefolgt von einem Wirtschaftsabbau, dann das Erdbeben, gefolgt vom verheerenden Tsunami und der Nuklearkatastrophe von Fukushima vom 11. März 2011.

Zukünftige Herausforderung ist auch die Verschuldung Japans: Seine Haushaltsverschuldung beträgt 240 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes (Griechenland 117 Prozent). Japan gehört somit zu den am höchsten verschuldeten Ländern auf der Erde. Immerhin besteht diese Schuld gegenüber der japanischen Zentralbank und nicht gegenüber ausländischen Kräften.

Eine weitere Herausforderung für Japan wird in Zukunft die schnell alternde Bevölkerung und die niedrige Geburtenrate sein. Um dem entgegenzuwirken hat das Land erste Schrritte unternommen und will sich stärker für ausländische ArbeitsmigrantInnen öffnen. Ein erster Visumstyp erlaubt AusländerInnen mit einfachem Japanisch – sowie bestimmten Jobkenntnissen eine Beschäftigung von bis zu fünf Jahren in verschiedenen Branchen, darunter dem Bau, der Landwirtschaft und der Altenpflege. Über die kommenden fünf Jahre sollen so rund 345.000 Migranten vor Ort aktiv werden. Experten schätzen den Bedarf jedoch auf mehr als eine Million Menschen.

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