Get your balls ready

„Die Schlacht der Marderhunde in der Heisei-Zeit“, heisst diese fantastische Kulttrickfilmserie, eine Art Fabel mit „Tanukis“ oder Marderhunden mit dem Namen „Pom Poko“ als Hauptdarsteller. Der Name „Pom Poko“ leitet sich dabei vom Geräusch ab, das entsteht wenn sich diese Marderhunde – im Film – auf den Bauch schlagen. 1994 ist der Film entstanden, wobei sich die Geschichte  auf das Werk von Kenji Miyazawa bezieht, Regie führte Isao Takahata.

In dem Film geht es darum, dass die Natur sich gegen den Menschen auflehnt, der sie immer mehr zu verdrängen sucht. Konkret geht es in dem Plott darum,  dass in der Umgebung von Tokyo der Bau einer Vorortsiedlung beschlossen wird und das lokale Naturschutzgebiet Tama dieser Entwicklung weichen muss, was den natürlichen Lebensraum der lokalen Marderhundbevölkerung bedroht. Sie teilen sich in zwei sich bekämpfende Gruppen, die von der Stammesältesten Oroku miteinander ausgesöhnt werden, um letztlich ihre Energie auf den eigentlichen Feind zu lenken: den Menschen.

Mit Hilfe ihrer Fähigkeit sich in Gegenstände oder Menschen zu verwandeln, versuchen die Tiere die Bauarbeiten zum Stoppen zu bringen… Nach weiteren vergeblichen Versuchen gegen das Bauprojekt, greifen die Marderhunde zum Äussersten und treten in eine Schlacht gegen den Menschen mit Hilfe ihrer „Superballs“, wobei jedoch die kämpfenden Tiere fast alle umkommen. Am Ende scheinen die Verbliebenen ihr Schicksal hinzunehmen, einige leben in Menschengestalt weiter, andere Marderhunde versuchen in einem veränderten Umfeld zurechtzukommen.

Speziell ist der Film, da er sich stark auf die japanische Mythologie, Geschichte und Volkskunde basiert und er bietet in Sachen Animationsqualität und verschrobenerer Charaktere zauberhafte Unterhaltung des erstklassigen japanischen Zeichenfilmtrickstudios K.K. Studio Ghibli.

Yokai – so der japanische Ueberbegriff mit dem diese fantastischen Figuren des japanischen Volksglaubens bezeichnet werden. Yōkai besitzen im Allgemeinen übernatürliche Kräfte, so dass Begegnungen mit ihnen gefährlich sind. Durch Waffen sind die meisten Yōkai nicht verwundbar, aber shintoistische oder buddhistische Mönche besitzen die notwendigen Kräfte, um sie zu bekämpfen.

Inspiriert von der Japanischen Mythologie erschufen Künstler in der Edo-Zeit (1603-1868) eine Vielzahl an Yōkai. So gab es schon auf den Holzschnitten von Yoshitoshi (1881) Tanuki-Darstellungen mit überdimensionierten Hoden.

Erst später ent­standen positivere Tanuki-Darstellungen als gut­mütigen Glücks­brin­ger, die auch gerne tanzen und singen… Die niedlich-humor­volle Gestalt des Tanuki wurde v.a. vom Töpfer­meister Fujiwara Tetsuzō (1877–1967) ent­wickelt. Seine Werk­statt in der Nähe von Kyōto, stellt auch heute noch die meisten Tanuki-Figuren her, die gerne als Statuen mit Stohhut auf dem Kopf, einem Sakekrug und einem Schuldschein in der Pfote vor japanischen Kneipen stehen.

Zoologisch gesehen sind Tanukis nahe Verwandte der Hunde und zählen zu den Marderhunden. Es sind scheue, nachtaktive Waldtiere, die v.a. im östlichen Sibirien, im nordöstlichen China, in Korea und in Japan beheimatet sind. Wie die Füchse sind sie Allesfresser und leben in Erdhöhlen… Seit sie von Pelztierzüchtern in der Ukraine angesiedelt wurden, breiten sie sich in ganz Osteuropa aus und sind sogar in Deutschland anzutreffen.

Für Tanuki-Fans: https://www.youtube.com/watch?v=icyOAc_pAvY

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