Neuanfang auch mit Ikebana

Jetzt im Frühling sind bei einzelnen Schreinen und Tempeln auch die sogenannten Ikebana („lebende Blumen“)-Blumenarrangements zu bewundern, die dort in Schaufenstern ausgestellt werden.

Ikebana ist eine eigenständige, ausschließlich in Japan entwickelte Kunstform. Neben der Teezeremonie, der Kalligraphie, der Dichtkunst gehörte sie in der Vergangenheit zwingend zur besseren Ausbildung.

Die Anfänge des Ikebana reichen bis ins 6. Jahrhundert zurück. Buddhistischen und shintoistischen Gottheiten wurden Blumenopfer von Priestern dargebracht, die Technik des Blumensteckens hat sich im Laufe der Zeit verfeinert. Von 1486 datiert das erste erhaltene Manuskript „Kao irai no Kandensho“, das die Regeln des Arrangierens von Blumen und Pflanzen beschreibt. Ikebana war zunächst ausschließlich Männern vorbehalten. Erst im Verlauf der Edo-Zeit (1603–1867) wurden die Frauen des Adels in dieser Kunst unterrichtet, später kam das Bürgertum dazu. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Ikebana für japanische Mädchen zum Pflichtfach an den Schulen..

Das Ikebana-Arrangement stellt einerseits die Natur dar, jedoch gleichzeitig die kosmische Ordnung und drückt die Gefühle des Gestalters aus. In den klassischen Schulen des Ikebana muss auch immer die jeweilige Jahreszeit durch die Auswahl des Materials zu erkennen sein. Ikebana spiegelt auch immer die Wandlungsprozesse in der japanischen Gesellschaft wieder z.B. Einflüsse vom Westen.

Im Gegensatz zur dekorativen Form des Blumensteckens in der westlichen Welt, schafft das Ikebana eine Harmonie von linearem Aufbau, Rhythmik und Farbe. In dieser Kunst werden ebenfalls Vase, Stängel, Blätter, Zweige sowie auch die Blüten beachtet. Nachgesteckt werden so z.T. ganze Naturlandschaften mit Flüssen, Bergen, Seen und Menschen. Die einzelnen Stile definieren sehr genau in welcher Reihenfolge und wie wieviele Stängel idealweise gesteckt werden sollen.

Eine Stilart des Ikebana ist z.B. das Chabana, das Bestandteil der Teezeremonie ist. Es besteht nur aus zwei Linien, eine für den Gast und die zweite für den Gastgeber.  Eine minimalistische Ausführung, in der der Vase auch eine grosse Bedeutung zukommt… Auch heute gibt es viele Ikebana-Schulen und grosse Meister wie .B. Makoto Azuma.

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