Nagoya

Nagoya ist die viert grösste Stadt Japans mit rund 2,3 Millionen Einwohner, in der Chubu Region gelegen. Seine Bedeutung konnte es schon recht früh durch seine strategische Hafenlage an der Pazifischen Küste ausbauen.

Leider sind viele der historischen Gebäude heute nur noch in Form von Nachbauten zu sehen – da Nagoya während den letzten neun Monaten des zweiten Weltkriegs als Industrie- und Wirtschaftsstandort über 20-mal das Ziel von Bombereinheiten der „United States Army Air Forces“ wurde. Auf keine weitere japanische Stadt, außer Tokyo erfolgten mehr Luftangriffe. Dies hatte auch als Konsequenz, dass die Stadt komplett neu aufgebaut wurde. So hat Nagoya heute eher weniger Charme, es ist eine geschäftige Dienstleistungsstadt mit vielen Büros und Angestellten, die Abends auch mal gerne in den Spielhallen abhängen oder eines der vielen kleinen Restaurants besuchen.

Wesentlicher Grund dennoch in Nagoya eine Stipvisite zu planen, ist die Burg von Nagoya sowie der zu ihren Füssen liegende Hommaru-Palast. Beide befinden sich in der ausgedehnten Parkanlage des sogenannten Hommaru-Geländes und sind von massiven Mauern umgeben, deren Steine z.T. noch die Insignien der ersten Bauleiter tragen.

Die heute zu bewundernden Bauwerke sind beide Nachbauten, da die Originale aus dem 17. Jahrhundert während den Luftangriffen zerstört wurden. Während die Burg schon 1959 wieder errichtet wurde – nahm der Wiederaufbau des wunderbar verzierten Hommaru Palastes, der als eine der schönsten Palastanlagen in Japan galt, mehr Zeit in Anspruch: Der originalgetreu Wiederaufbau wurde 2009 begonnen und konnte erst 2018 fertiggestellt werden. Dabei kommen ausschließlich traditionelle Materialien und Baumethoden zur Anwendung. Dank vielseitig begabter Tischler, Maurer, Dachdecker und Künstler – die kostbaren Malereien der Schiebetüren und Wandpanele wurden nach dem traditionellen 400 Jahre alten Verahren der Kano-Schule nachgemalt – entstand eine wirklich sehenswerte Kopie des Originals.

Das Nachmalen der kostbaren Wandgemälde gelang vor allem, da rund 1.050 Originalstücke vor den Bomben des 2. Weltkrieges gerettet werden konnten und so die Nachbildung einfacher war.

Kurz zur historischen Burg von Nagoya, dem Sitz verschiedener Adelsfamilien: Der ursprüngliche Teil der Burg wurde von Shiba Yoshimune 1532 errichtet und wurde von Oda Nobuhide übernommen. In den folgenden Jahren wurde die Burg mehrmals neu errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das imposante Gebäude bis auf die Grundmauern zerstört. Lediglich drei Tore und drei kleine Türme im Südwesten, Südosten und im Nordwesten blieben unversehrt. Die Burg ist besonders für ihre zwei goldenen Kinshachi  berühmt: Dies sind stilisierte Delfine, die an den Giebeln des Hauptdaches angebracht sind. Sie sind gleichzeitig Symbol der Stadt Nagoya.

Im Februar 1615 wurde der südlich von den beiden Burgtürmen errichtete Hommaru-Palast fertiggestellt. Er diente zunächst Yoshinao Tokugawa, dem Gründer der Feudalfamilie Owari als Residenz. Danach fungierte er als Herberge für Shogune auf ihrem Weg in die Hauptstadt. Der Hommaru Palast wurde v.a. als Aufenthalts- und Emfangsraum der Shogune genutzt. Der Begriff Shogune wurde seit dem 12. Jahrhundert bis 1867 als Militärtitel den Anführern aus dem Kriegeradel der Samurai verliehen, eine Art angesehene Generäle. Die Räume des Palastes wurden thematisch gestaltet; Wände und bewegliche Trennwände wurden durch berühmte Maler wie z.B. Kano Sadanobu der Kano Schule im japanischen Stil bemalt.

Die Poesie vieler kleiner, minimalistisch gestaleten Details ist einzigartig in diesem Palast – er gilt als Meisterwerk des Samurai Stiles Shoinzukuri.

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