Mit Spinnen fing es an…

Ein riesiges Museum, das „Toyota Commemorative Museum of Industry and Technology“ über die Firmengeschichte und die Produktionsverfahren von Toyota gibt es in der Stadt Nagoya zu besichtigen. Das Museum wurde anlässlich der 100 jährigen Firmengeschichte von Toyota 1994 eröffnet.

In den alten Fabriksgebäuden aus roten Backsteinziegeln, in dem sich das Museum befindet, feierte Toyota seine Anfänge und zwar in ganz anderen Bereichen als denjenigen der Automobilindustrie: Nämlich in der Produktion von Webstühlen.

An der Spitze des Unternehmens steht sein Gründer und Namensgeber: Sakichi Toyoda.

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Sakichi Toyoda, dessen Büste denn auch den Eingangsbereich des Museums ziert mit seinen Fleiss-Leitmotiven gleich daneben, wurde bekannt durch seine Webstuhl-Erfindungen, deren Herstellung und Kommerzialisierung.  „The circular Loom“ – ein Webstuhl, der es ermöglichte in die dritte Dimension vorzudringen und runde Stofftunnels zu weben, ist einer seiner innovativen Entwicklungen: „The circular loom symbolizes the spirit and the theme of this museum: The spirit of being studious and creative and the importance of making things“.

Ein anderer Prototyp, der ab 1924 zum Aufstieg von Toyoda beitrug, war die „Non stop Shuttle change Toyoda Automatic Loom“-Webmaschine, kurz „Type G“ genannt, die die Webspindeln automatisch nachladen konnte und zum weltweiten Verkaufsschlager wurde.

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Doch kurz zur Biografie dieses begnadeten Erfinders, der 1867 in der Präfektur Shizuoka aufwuchs und dessen Vater einfacher Tischler und Landwirt war. Als Autodidakt arbeitete sich Sakichi Toyoda nach oben. 1911 baute er seine Firma in Nagoya auf – und installierte seine Produktionsschiene mit 100 Webstühlen, nachdem erste Versuche gezeigt hatten, dass die von ihm entwickelten Prototypen kommerziellen Ansprüchen genügen: Wurden 1927 erst 300 Webstühle des Type G monatlich gefertigt, zehn Jahre später waren es deren 1000 pro Monat.

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Sackichi’s Sohn Kiichiro Toyoda, der Ingenieurswissenschaften an der Tokyo Imperial University studiert hatte, begann nach dem Tod des Vaters in den 30er Jahren mit der Recherche zu Automobilen und der Entwicklung erster Bauteile und gründete 1935 die „Toyota Motor Co“-Zweigstelle, die fortan neben der Webstuhlfabrikation „Toyota Automatic Loom Works“ laufen wird.

Das Museum bietet nicht nur Einblicke in die Firmengeschichte, sondern auch einen Rundumschlag von den Anfängen des Spinnens über die Entwicklung der zunehmend automatisierten Webtechnik.

In der Ausstellung lernt man denn auch die verschiedenen Fasertypen kennen, von Naturfasern pflanzlichen (Baumwolle, Hanf, Flax..), tierischen (Wolle, Haar, Seide) mineralischen Ursprungs bis hin zu chemischen Fasern (Nylon, Polyester..), die beim Weben verwendet werden.

Mitte des 19. Jahrhunderts war England in der Baumwollproduktion führend und trug wesentlich zur industriellen Organisation dieser Branche bei. So sind in der Ausstellung auch internationale Webstühle zu sehen, die Toyoda inspiriert haben für die Entwicklung seiner Prototypen. Die Ausstellung zeichnet die industrielle Entwicklung nach – vom ersten mühsamen Fädenspinnen per Hand, über die ersten Webstühle, die manuell oder per Wasser betrieben wurden hin zu den ersten automatischen Maschinen sowie den Hightechexemplaren, die in einer Sekunde mit tausenden von Stichen komplexe Stoffbahnen weben können.

Die  verschiedensten Webstühle werden von Hostessen vorgeführt.. Mittlerweile hat Toyota die Stoffherstellung und Autosindustrie miteinander „verwoben“, indem sich die Firma heute z.B. auf die Produktion von Airbags oder Sitzbezügen spezialisiert hat.

In einem anderen Flügel des Museums erlebt der Besucher die Entwicklung der Automobilindustrie. Angefangen beim einfachen Motor fürs Fahrrad, über seine zwei erfolgreichsten Einstiegsautomobile, das „AA Passagierfahrzeug“ hin zum GA Truck, bis hin zu heutigen Hybrid-Fahrzeugen. Den schnellen Aufstieg gelang Toyota auch, da sie um nicht auf den Import von Stahl angewiesen zu sein, auch hier eigene Wege gingen und den Stahl in der eigenen Fabrik schmolzen.

Für sein schwarzes Passagierauto AA, hat sich Toyota nicht nur an den zwei marktführenden Modellen Chevrolet und Ford inspiriert – sondern hat als einer der ersten Experimente mit Luftstrom gemacht, um ein „Streamline“ angepasstes Modell zu schaffen. auch wurden die ersten AA Modelle noch mit einem Holzfahrgestell gebaut.

In aller Ausführlichkeit werden im Museum die verschiedenen Produktstudien erläutert sei es zu Reifen, Licht, den verschiedenen Motortypen oder Fahrgestellen.

Zudem erlebt der Besucher Teile einer modernen Fertigungsstrasse und natürlich sind die verschiedenen Modelle der Produktionsgeschichte ausgestellt… In seinen letzten Entwicklungen experimentiert Toyota mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen. Und ein klares Argument für Wasserstoff ist, das es im Gegensatz zu anderen Ressourcen umweltfreundlich ist und bisher noch nicht ausgebeutet wurde, da bisher die Technik dazu fehlte…

Im Museumsshop kann man sich keinen Webstuhl oder ein neues Auto kaufen, aber die Minimalvariante dazu: passende Strümpfe.

 

 

 

 

 

 

 

 

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