Und noch mehr Tempel

Kiyomizu-Dera Temple

Kiyomizu-Dera gehört zum Weltkulturerbe. Das was diesen Tempel aus Holz – der 798 auf einem Südost-Hang von Kyoto gebaut wurde – so besonders macht, ist dass seine Plattform von einem Gerüst aus rund 140 Holzträgern getragen wird. Dieser Tempel ist zudem der buddhistischen Göttin Kannon Bosatsu gewidmet, eine der beliebtesten Gottheiten in Japan. Ihr Merkmal ist die Lotusblume. Urspünglich wurde an diesem Ort gerne Damwild gejagt, dessen Blut – so der Glaube – den Frauen die Geburt erleichtern würde. Das macht denn auch schon den Erfolg des Tempels aus, der mittlerweile unter dem Ansturm der Touristen zu leiden hat. Viele kommen vielleicht auch wegen der makabren Geschichten, die sich an diesem Tempel abspielten: So sind so manche Gläubige in der Hoffnung auf Erlösung vom Tempel gesprungen – was meistens tödlich endete. Auch hier wie in allen Tempeln floriert das Geschäft mit Glücksbringern (Omamori) oder Wahrsagerei, so können die Besucher kleine Gebete und Wünsche auf die gekauften Votivbrettchen aus Holz (Ema) schreiben…

Chion-In Temple

Auch dieser Tempel gehört zum Welkulturerbe, er gehört zur budddhistischen Abzweigung der Jodo, die rund 7000 Tempel in Japan besitzen. Errichtet wurde die Tempelanlage ursprünglich im Jahr 1234, sie ist mehrmals abgebrannt und wieder errichtet worden – so dass die aktuellen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert stammen. Der Eingang zur Tempelanlage führt durch das 24 Meter lange und 50 Meter hohe San-Mon-Tor, das zu den perfektesten Toreingängen Japans zählt. Die Tempelanlage umfasst 2 Tempel, ein Mausoleum, einen Friedhof und wunderbare Gärten.

Zwei wunderschöne Gärten beinhaltet die Tempelanlage den Hojo-Garten, von einem Mönch 1641 entworfen und der rezentere Garten Yuzen mit zwei Teehäuschen.

Hinter der Tempelanlage befindet sich zudem ein alter Friedhof, der einen tollen Blick über die Stadt bietet.

Schloss Nijo-jo

Beim Schloss Nijo-jo muss man unweigerlich an die Schlossanlage in Nagoya denken mit ihren kostbar verzierten Schiebewänden. Auch dieses Gebäude, das von einem Wassergraben umfasst ist, gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. 1603 errichtet, als Residenz für einen der ersten lokalen Shogune – gehört dieses Gebäude mit zu den raffiniertesten Ausführungen des japanischen Architekturstils Momoyama. Nach dem chinesischen Eingangstor, betritt man das Hauptgebäude mit 33 aufeinanderfolgenden Zimmern, die alle ebenerdig angeordnet, typisch japanische Merkmale aufweisen wie Schiebetüren (Shoji) aus einem Holzraster mit Reispapier, Tatami-Matten auf dem Boden und die reich bemalten Trennwände. Auch hier waren – wie in Nagoya – Künstler der Kano-Schule am Werk, die Natur-Motive wie Tiger (die dem Gast Respekt einflössen sollten) Bäume und Vögel malten. Das Besondere an diesem Gang durch die Residenz sind seine Holzpanelen, die bei jedem Schritt quietschende Geräusche ergeben. Dieser „Nachtigall“-gesang ist gewollt und wurde durch eine spezielle Bautechnik des Parketts erziehlt – zweck war den Shogun vor Eindringlingen zu warnen.

Ryoan-ji

Eigentlich passt der Menschenauflauf im Tempel Ryon-Ji nicht zu seiner eigentlichen Mission, die der poetischen und philosophischen Meditation/ Kontemplation gewidmet ist.

Dieser buddhistische, recht schlichte Tempel der Abzweigung der Myoshin-ji besitzt den bedeutesten und meist fotografiertesten Zen-Garten Japans. 1473 wurde der Tempel mit Park und Gartenanlage gegründet, zwischendurch verbrannt, stammt der aktuelle Tempel aus dem 19. Jahrhundert.

Der Zen Garten soll ein Werk des Meisters Soami (1472 – 1523)  sein. In rechteckiger Form, 30 Meter lang und 10 Meter breit, umgeben von einer Mauer – besteht der Garten eigentlich nur aus einer freien Fläche gefüllt mit grauen Kiselsteinen, die tagtäglich gerecht werden. Die Rillen die vom Rechen in die Kiselsteine gezeichnet werden, stellen die Wellen der Weltenmeere dar. 15 Steine befinden sich in dieser grauen Meereslandschaft, die Inseln darstellen. Es ist unmöglich ale 15 Steine miteinander zu betrachen, einer bleibt immer verborgen. Der Trockene Garten (Kare Sansui) symbolisiert die Natur und den Kosmos in Miniatur.

Etwas weiter befindet sich der Gegensatz zum Steingarten – ein feuchter Garten bestehend aus Moos, und einigen Sträuchern und Bäumen. Das Moos und das Wasser stehen hier als Symbol des Lebens. In dem kleinen Wasserbehälter aus Stein auch Tsukubai genannt, sind vier Schriftzeichen eingraviert, die besagen: „Ich lerne um glücklich zu sein.“ Im Buddhistischen Zen ist derjenige, der aus Freude studiert, spirituell reich.

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