Manga-mania

In Kyoto gibt es auch ein grosses Manga-Museum „Kyoto International Manga Museum“ zu entdecken – es ist DAS Manga Museum Japans und der Welt und beherbergt rund 300.000 Magazine und sogenannte Tankobon-Bücher, die wie in einer Bibliothek herausgegriffen und gelesen werden können… weshalb überall Japaner herumsitzen oder liegen und lesen.

Die ältesten Mangas des Museums reichen bis in die Nachkriegszeit zurück und die Sammlung wird konstant erweitert. Da es jedoch eine Flut an Neuveröffentlichungen jedes Jahr gibt, orientiert sich das Museum bei seinen Neuanschaffungen an den Preisgewinnern oder Bestsellern.

Heute gibt es in Japan Mangas für jedes Alter. Kodomo für die kleinen Kinder, Shonen rsp. Shojo für die jugendlichen Jungen und Mädchen, Seinen sowie Redisu für Frauen und Männer.

Eine Ausstellung im Museum beschäftigt sich mit der Entstehung der ersten Mangas.

Was als erstes Manga bezeichnet werden darf, darüber streiten sich die Liebhaber. Ob es der Choju Jinbutsu Giga, eine Reihe von Tierzeichnungen mit Fröschen und Hasen ist, die aus dem 12. Jahrhundert stammt und im Konzan-Ji Tempel in Kyoto zu finden sind. Hier eine rezente filmische Interpretation dieser sehr alten Zeichnungen.

Oder sind Mangas gar die ersten menschlichen Höhlenzeichnungen ?

Gebräuchlich wird der Begriff Manga, Ende des 18. Jahrhunderts – als Katsushika Hokusai, der bekannte Maler der stilisierten Meereswelle – um 1814 eine Gruppe von Grimasse-schneidenden Personen zeichnete, die er „Hokusai Manga“ nannte.

Zu der Verbreitung von Mangas haben definitiv Zeitungen und Magazine beigetragen, etwa durch die Veröffentlichung satirischer Darstellungen. Grundsätzlich werden in Japan Mangas oft zuerst in Magazinen veröffentlicht, bevor sie in Buchform erscheinen. In den 1960er Jahren bedienten sich die Studenten dieser Kommunikationsform als Teil der Jugendkultur. Und in den 1980er Jahren wurden sie auch benutzt, um komplizierte Sachverhalte vereinfachend zu erklären.

Einer der bekanntesten Manga Zeichner Japans ist Tezuka Osamu, der 1951 die bekannte Figur des rechtschaffenden Roboterhelden „Astro Boy“ schuf, der 1963 verfilmt wurde. Bei Manga Film und Anime – die Grenzen erscheinen fliessend.

Um 2000 wurden die ersten Mangas als E-Book veröffentlicht, 2003 waren Mangas auch auf Mobil-Telefonen zugänglich. Inhaltlich werden auch Gesellschaftsthemen zunehmend angesprochen z.B. in dem rezenten Manga Sayonara Miniskirt von Aoi Makino, der sich mit dem in Japan weit verbreiteten Sexismus auseinandersetzt und die süsse, hyper-sexualisierte Kind-Frau in Frage stellt und die sexuelle Belästigung, die viele Schülerinnen z.B. im öffentlichen Transport erfahren müssen, kritisiert.

Hier ein paar stilistische Merkmale des Manga:

Linien werden benutzt um Geschwindigkeit und Bewegung anzudeuten oder den Blick auf einen bestimmten Sachverhalt zu lenken.
Verschiedene Sprechblasen.
Symbole und Schriftzeichen verdeutlichen akustische Abläufe.
Sogenannte Mampus werden benutzt, um Gefühle auszudrücken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viel Freiraum haben die KünstlerInnen heute auch in der Ausnutzung des Formats und müssen sich nicht mehr auf eine schematische Darstellung begrenzen. Der Raum des Papiers kann unterschiedlich genutzt werden –  z.B. nur eine Zeichnung auf 1 Seite erzeugt Dramatik und 8 Zeichnungen auf einer Seite schaffen fast einen filmischen Ablauf.

Mangas gibt es heute in allen möglichen Formen – ihr Wert wird auf 3.000.000.000.000 Yen (3 Trillionen) geschätzt.

 

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