Oki Inseln

Um zu den Oki-Inseln zu gelangen muss man ein Ferry-Boot nehmen, auf dem es denn auch keine Stühle, sondern nur Liegeplätze gibt …

Die Oki-Inseln auch bekannt als Okinoshima auf japanisch, ist eine Gruppierung von kleinen Inseln rund 80 km vor der Küste der Präfektur Shimane liegen, die sich im Westen Japans befindet. Insgesamt wohnen auf der Inselgruppe, die etwa 350 Quadratkilometer umfasst, rund 22.000 Menschen. Die Grösste Insel wird Dogo genannt, die kleineren heissen Nishinoshima, Nakanoshima und Chiburijima. Die Inseln wurden 2013 als Unesco Global Geopark klassiert, so sind die Inseln vulkanischen Ursprungs…

Diese Strohgeflechte mit Papierbündeln befinden sich bei vielen Tempeln – so auch auf Oki. Das Strohgeflecht symbolisiert die Wolken und die Papierstreifen sind Blitze Der Blitz steht für den Regen und gebundenen Stickstoff, der gute Ernten garantieren soll.

Auf einer der Inseln befindet sich denn auch meine nächste Farm, die von einer jungen Familie geführt wird. Beeindruckend ist diese Farm – auch wenn sie nicht sehr gross ist – in der Vielfalt der produzierten Lebensmittel – diese verfügt über einen hohen Selbstversorgungsgrad und über einen fast geschlossenen Kreislauf der Nährwerte!

Der Hauptwirtschaftszweig der Familie sind Seegurken aus dem Meer, die getrocknet v.a. nach China exportiert werden. Diese Tiere gehören zu den Stachelhäutern. (Auf seinem optischen Eindruck beruht der italienische Trivialname cazzo di mare ‚Meer-Penis‘.) Die rund 1700 Arten sind als Sediment- und Planktonfresser bekannt. In Asien werden eingelegte Innereien von Seegurken gerne als Delikatesse zubereitet. Die Seegurken werden ab Februar mit Netzen aus dem Meer geholt, ein guter Fang kann einem Fischer bis zu 10.000 Euro pro 20 kg getrockneter Seegurken einbringen.

Daneben verfügt die Farm über Hühner, Bienen und fängt Fische, Oktopusse sowie Krabben fast vor der Haustür. Die Familie baut ihre eigene Baumwolle an, die gesponnen wird, stellt ihr Essig und Oel her, pflanzt (und vermehrt) ihr eigenes Gemüse (Tomaten, Spargel, Dicke Bohnen, Paprika, Auberginen, Möhren, Erbsen, Erdnüsse, Basilikum, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Radies, Daikon…) und verfügt über Sojabohnen, Gerste, Obstbäume, Holzanbau, Shitakeepilze…

Ein weiteres Hauptprodukt der Farm sind verschiedene Reissorten: Klebriger Reis, Brauner Reis und eine alte Reissorte, die weniger süss und klebrig ist. Die Familie legt im Gegensatz zu ihren Nachbarn sehr viel Wert auf einen organisch-biologischen Anbau – d.h. es kommen keine Pestizide, Insektizide, Herbizide oder sonstige Hormone zum Einsatz. Und der junge Landwirt freut sich über seine Artenvielfalt im Reisfeld z.B. die vielen Frösche und die gute Wasserqualität ermöglicht es auch einer Kindergruppe zum Schlammbaden vorbeizuschauen.

Anstehende Arbeiten

  • Aussaat von Sojabohnen
  • Auspflanzen von Erdnuss-Setzlingen (Koch-Erdnüsse), Tomaten und Basilikum
  • Ernten von Erbsen

  • Der Farmer legt sehr viel Wert darauf, dass sein Boden bedeckt ist: Benutzt wird das abgeerntete Unkraut/ insbesondere Gras, um den Boden zu mulchen.

 

  • Ernten der Gerste per Handsichel sowie mit motorisierter Mini-Erntemaschine, mit der die Gerste zu Bündeln gebunden werden kann. Zum Trocknen wird die Gerste aufgehängt und entweder zum Kochen benutzt und ein Teil des Saatgutes wird zur Aussaat wiederverwendet.
  • Der Kompost der Familie steht auf der Weide der Hühner, die mit Vorliebe darin herumkratzen. Befüllt wird er mit Küchenresten, Blättern, zerkleinertem Bambus, den Reis- und Getreideabfällen sowie mit verbrannter Kohle, die jeden Abend anfällt, da die Familie ihr Heisswasser mit einem mit Bambus befeuerten Ofen produziert. Der „fertige“ Kompost wurde gesiebt und auf den Beeten verteilt, nach dem sie gehackt wurden. Ueber das Ganze wurde Plastik gelegt, um eine bessere Bodenstruktur zu erzielen.
  • Ausgraben der „Burdock“-Wurzel…
  • Aussaat von schwarzen Bohnen. Bewusst hat der Farmer Grünstreifen zwischen den Aussaatbeeten belassen…
  • Schneiden von Bambus als Baumaterial und zum Verheizen im Feuerkessel.
  • Pflanzen von Goya
  • Pflanzen von Süsskartoffeln in die mit Gras gemulchten Beete.

Kochen und Fermentation

Da die Familie sehr interessiert ist in Fermentationsprozesse, rsp. lebendige Bakterienkulturen, stellen sie so manche Speisen wie etwa Natto, Miso, Tofu oder Sake selbst her.

Natto
  • Aus den Samen von bestimmten Kamelien wird Oel gepresst, das als Speiseöl, Kosmetika und Heilmittel verwendet wird.
  • Um Sake oder Miso herzustellen, wird Reis über Nacht eingeweicht, am nächsten Tag eine Stunde über kochendem Wasser gegart, abkühlen gelassen und Bakterienkulturen (Koji/ Aspergillus oryzae)werden zugegeben, die dann während drei Tagen einwirken und den Fermentationsprozess in Gang setzen.
  • Aus Buchweizen werden Soba-Nudeln selbst hergestellt: Nachdem 500 gr Buchweizen-Mehl gemahlen und 100 gr Weizenmehl zugegeben wurden, wird das Ganze mit 300 gr Wasser verrührt, geknetet, ausgerollt, in feine Streifen geschnitten und in kochendem Wasser gegart. Abschliessend müssen die Nudeln in kaltem Wasser abgekühlt und gewaschen werden.
  • Ein anderes Gericht, das ich hier kennengelernt habe, ist getrockneter Fisch, der fast eine Konsistenz wie ein Stück Holz hat. Und der zur Anwendung geraspelt werden muss. Dieser Fisch ist die zweite Hauptzutat von Dashi, der Ausgangsbrühe zur Herstellung von Miso-Suppen. Er gibt der späteren Miso-Suppe den würzigen Fisch-Geschmack. Die erste Zutat von Dashi sind die Kombu-Algen, die der Suppe eine dickere Konsistenz verleihen.
  • Ein weiteres traditionelles Frühlingsgericht, sind gekochte Bambussprossen. Die Sprossen werden geschnitten, geschält und nur das Innere der Spitzen wird gekocht.

Sammeln und Trocknen von Algen, die bei Gebrauch kurz über dem Feuer gegart werden, bevor sie gegessen werden.

Seit der Frühzeit werden in Japan Braunalgen (Wakame) und Rotalgen (Nori) als wichtige Lebensmittel an den Küsten gesammelt.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.