Hiroshima

So beschreibt die Gehörlosendolmetscherin im „Hiroshima Peace Memorial Museum“ die Tragödie des 6. August 1945 in Gebärdensprache: Als die Stadt Hiroshima im Bruchteil einer Sekunde ausgelöscht wurde – und viele Menschen z.T. direkt starben oder schwere Verbrennungen erlitten.

Das „Hiroshima Peace Memorial Museum“ versucht anhand von Fundstücken nach dem Einschlag einzelene Schicksale sichtbar zu machen, damit sich eine solche Tragödie nicht noch einmal wiederholt.

Hiroshima steht für die erste Stadt der Menschheitsgeschichte, die eine Atombomben-Katastrophe erleiden musste. Eine Bombe, die am Ende des zweiten Weltkrieges von der United States Army Air Force (USAAF) an einem Montag, den 6. August 1945 um 8.15 Uhr abgeworfen wurde.

Ein Grund warum die Wahl auf Hiroshima fiel war unter anderem, da hier Teile der japanischen Armee stationiert waren, darüber hinaus wurde hier militärisches Material gelagert und Hiroshima war ein bedeutender Hafen.

Während des zweiten Weltkrieg wurden Städte wie Tokyo heftig bombardiert – doch Hiroshima blieb immer verschont, weshalb sich die Bevölkerung fast in Sicherheit wähnte. Dennoch wurden auch in Hiroshima Vorkehrungen getroffen: Um ein Ausbreiten von Feuern nach Bombenanschlägen zu verhindern, wurden ganze Häuserreihen als Brandschutzzonen abgerissen. Viele Kinder arbeiteten auf diesen Baustellen.

Als die Atombombe, die perverserweise „Little Boy“ von den Amerikanern genannt wurde auf Hiroshima geworfen wurde und 600 Meter in der Luft explodierte, wurden rund 70.000 Menschen auf Anhieb getötet, die meisten Zivilisten, darunter viele Arbeitssklaven aus Korea. Ende 1945 war die Zahl der Toten auf 150.000 gestiegen. Rund 70 Prozent der Gebäude der Stadt waren zerstört – so auch die Infrastruktur: Strassen, Brücken, Krankenäuser was eine Behandlung der vielen Verletzten fast unmöglich machte.

Skandalös ist zudem, dass nach dem Abwurf v.a. Amerikaner sich daran machten die Folgen der Atombombe auf die Bevölkerung zu studieren und medizinische Studien machten und die Ergebnisse als geheimes Militärwissen nutzten – statt der geschundenen Bevölkerung zu helfen.

Hiroshima wurde seither durch nationale Gelder wieder aufgebaut. Im Zentrum, dort wo die Bombe niederging wurde der „Hiroshima Peace Memorial Park“ errichtet, der schon 1955 eröffnete. Ueberstanden hatte den Einschlag neben dem Hypozentrum fast nur das Gebäude der „Hiroshima Prefectural Industrial Promotion Hall„. In seiner Trümmerstruktur erhalten, dient es heute als Mahnmahl.

Am 27. Mai 2016 besuchte Barack Obama Hiroshima – als ersten Präsident der vereinten Staaten.

Heute umfasst die Stadt rund 2 Milionen Einwohner. Da fragt man sich trotzdem, ob nicht auch heute noch Radioaktivität messbar ist. Bei der Explosion einer Atombombe soll die Strahlung, die langfristig in die Atmosphäre gelangt, deutlich geringer sein als bei Reaktorunglücken wie in Fukushima (2011) oder Tschernobyl (1986). Zudem fand die Explosion der Bombe nicht am Boden statt und ein starker Taifun hatte einen Monat nach dem Unglück das radioaktive Material in der Umgebung verteilt. Von daher soll die Stadt heute kaum noch verstrahlt sein…

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