Cafezinho

Brasilien, ist das Land des Kaffees und was erstaunt ist, dass der traditionelle Kaffee, der sich hier Cafezinho nennt und die Grösse eines Espressos hat, überhaupt nicht nach Kaffee schmeckt – sondern nach Zuckerwasser. „Cafezinho“ bedeutet denn auch kleiner Kaffee und wird in den Strassen oder U-Bahnen gerne in bunten Thermosflaschen serviert.

Ist der Cafezinho der Kaffee der Armen? Die zwar den Kaffee die letzten Jahrhunderte unter Sklavenarbeit über anbauen durften, sich das Getränk jedoch selbst nicht leisten konnten rsp. statt dessen mit Zucker abgespeist wurden – und stattdessen der Kaffee teuer nach Nordamerika und Europa exportiert wurde?

Im Allgemeinen lieben die Brasilianer es süss, diese Vorliebe hat sicherlich auch mit dem Zuckeranbau zu tun …

Die ersten Kaffeepflanzen wurden um das Jahr 1730 vom Offizier Franciso de Melo Palheta aus Guayana nach Brasilien gebracht. Ab diesem Zeitpunkt breitete sich der Kaffeeanbau rasant aus.

Mehr oder weniger fünf Millionen Menschen leben heute mehr oder weniger vom Kaffeeanbau. Rund 60 % der Jahresernte gehen in den Export. Jede vierte Kaffeepflanze der Welt steht auf brasilianischen Boden.

Die „Hora de cafezinho“ hat in Brasilien keine feste Tageszeit. Die Zubereitung ist sehr speziell, denn der kleine Kaffee ist vor allem extrem süß. Meistens wird sogar zuerst der Zucker im heißen Wasser aufgelöst, bevor es mit dem Kaffeemehl in Berührung kommt.

So kommen auf eine Kaffeetasse Wasser drei Esslöffel Zucker. Die Wasser-Zuckermischung wird gut verrührt, bis sich wirklich der komplette Zucker aufgelöst hat. Jetzt wird das Kaffeepulver in den Topf gegeben und es wird noch einen Moment durchziehen gelassen. Die fertige Mischung wird durch ein Sieb in eine kleine Tasse gegossen.

Statt einfacher Zucker wird auch gerne „Rapadura“ (auch Panela) als Süssungsmittel benutzt. Dabei handelt es sich um unraffinierter Vollrohrzucker, eine feste Form von Saccharose, die nach dem Kochen und Verdampfen von Zuckerrohrsaft gewonnen wird. Die Rapadura wird geraspelt und die süssen Schnitzer werden in den Kaffee gegeben.

Insgesamt geht auch in Brasilien die Anzahl der Diabetes-Fälle in die Höhe. 2017 sollen rund 12.5 Millionen Menschen der 210 Millionen Brasilianer mit Diabetes diagnostiziert worden sein.

 

 

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