Adeus Brazil

In Brasilien gibt es ein grosses soziales Gefälle und das macht sich auch im Stadtbild bemerkbar: Während die Armen zusammengedrängt in den Favelas der Städte leben, sind die Wohnhäuser der Wohlhabenden entweder mit Stacheldraht oder / und zweifachen Sicherheitsschleusen sowie Pförtner geschützt..

In Brasiliens Strassen ist die Unsicherheit und Angst greifbar – überall stehen Sicherheitskräfte, die ja letzlich das Problem auch nicht lösen – sondern den Sicherheitsgraben vielleicht noch vergrössern.

Schockierend in diesem Land, das ja auch auf eine sehr reiche Geschichte zurückblickt – wenn auch auf eine Geschichte der Sklaverei und Unterdrückung – ist, dass so viele Menschen keine wirklich gute Schulausbildung haben. Die meisten Brasilianer – zumindest der Unterschichten – können nur Portugiesisch sprechen.

Verwunderlich ist zudem, dass auch in den Grossstädten die Erklärungen der (wenigen!) Museen nach wie vor nur in Brasilianisch sind; d.h. auch dort wo sie Geld mit potentiellen Touristen machen könnten geschieht, das nicht – da es einfach keinen wirkliche Kulturpolitik oder Denkmalschutz (Kulturgut der Kirchen zerfällt) gibt.

Auch fragt man sich, wo das ganze Geld hinfliesst – immerhin ist Brasilien reich an Bodenschätzen und auch im Bereich Agrikultur ist der Staat führend – sei es im Zucker- Kaffee-  oder Maisanbau. Auch sind die Steuereinnahmen nicht gering…

Dennoch sieht man überall im Stadtbild ob in der Hauptstadt Brasilia oder in der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo Infrastrukturen zerfallen, öffentliche Institutionen bieten eher einen erbärmlichen Eindruck, Museen stehen z.T. leer. Oder bedeutende Gebäulichkeiten wie jene von Niemeyer gammeln vor sich hin… Immer mehr Menschen fallen durchs System und landen auf den Strassen.

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Ist es die Korruption, die das Land ausblutet? Ist es die Unterstützung der Reichen, die Unterdrückung der Gewerkschaften und linken Gruppierungen, wie es die Regierung Bolsonaros verstärkt betreibt – eine Gleichschaltung hin auf eine ungewisse Zukunft? Diese politische Ungewissheit und auch die Gewalt im öffentlichen Raum schreckt viele Investoren ab und auch die Kunden bleiben aus… Die Arbeitslosigkeit steigt..

Viele Brasilianer leiden unter dieser Zukunftsunsicherheit .. Laut einer Aerztin ist jeder vierte Teenager mittlerweile an einer Depression erkrankt, die Perspektivlosigkeit der Eltern drückt die jüngere Generation. Kein Wunder, dass an einem sonnigen Wochenende, an dem die grösste Fahrbahn in Sao Paulo für die Autos gesperrt ist und den Fussgängern gehört, eine der grössten Demonstrationen sich mit dem Thema Suizid beschäftigt.

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Mas que Nada:

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